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Werdegang eines Segelschiffs

Die Blütezeit der hölzernen Tjalken, Kuffs, Galeoten und Mutten, ja, sogar die Segelschifffahrt überhaupt, ging bereits dem Ende entgegen, als ein uns leider unbekannt gebliebener niederländischer Schiffer die Werft "van der Werf" in Leeuwarden mit dem Bau einer Tjalk beauftragte.
Im März 1908 lief dann die 26 Meter lange eiserne Tjalk vom Stapel und wurde auf den Namen  "EBENHAEZER" getauft.
Damals wird sicher keiner der Gäste gedacht haben, dass die Tjalk auch nach über 100 Jahren noch immer als schmucker Oldtimer in Fahrt gehalten wird.
Torf, Getreide, Salzfische, Baumaterialien und was gerade an Fracht vorhanden war, fuhr der niederländische Skipper über die holländischen Flüsse, Kanäle und das Wattenmeer.
Eine Zeitlang wurden auch Postsäcke transportiert und sicherlich hat die Zeit als Postschiff zwischen dem Festland und den westfriesischen Inseln  eine wesentliche Rolle gespielt, die Tjalk mit einem 23 PS starken Einzylinder-Dieselmotor nachzurüsten. Hiermit war sie nicht mehr allein auf den Wind als Antrieb angewiesen und konnte die Zeit bis zum Ende des 2. Weltkrieges unbeschadet überstehen.
Viele Segelschiffe landeten schon nach dem ersten Weltkrieg als unrentabel auf Abwrackplätzen, der "EBENHAEZER" blieb dies Schicksal erspart.
Es war im Jahre 1949, als der belgische Ingeneur und Freizeitskipper Hugo van K. aus Antwerpen die Tjalk als Frachtensegler entdeckte, erwarb und zu einem Freizeitschiff umnbauen ließ.
Um die Tjalk für den neuen Zweck handlicher zu machen, wurde die Takelage verändert, ein Besanmast aufgestellt und ein fester Klüverbaum angebracht und der Laderaum wurde zu einem bequemen Logis umgestaltet.
1966 dann erwarb der englische Fabrikant Leonhard Cullen die inzwischen fast 60-jährige Tjalk, um nach weiteren Änderungen, Vergrößerung der Segelfläche, Aufbau eines Ruderhauses und Einbau eines stärkeren 48 PS starken Gardener Motors, mit seiner Familie eine sechsjährige Europareise zu unternehmen.
Die Reise endete in Schleswig Holstein, in Rendsburg. Dort wurde das Schiff bei der Uecker-Werft aufgelegt und zum Verkauf angeboten. Ein ernsthaftes Interesse bestand jedoch nicht an dem mittlerweile in die Jahre gekommenen Schiffes. Bis Hans-Joachim und Sabine G. das Schiff dort 1980 entdeckten.
Das Kapitänsehepaar erwarb die Tjalk und unternahm zahlreiche Urlaubsfahrten, die 1984 auch unvorhergesehen nach Rhauderfehn führte. Schon nach ein paar Tagen fühlten sich die Eigner in Rhauderfehn so heimisch, dass sie ihren Wohnsitz nach Rhauderfehn verlegten. Da 1986 berufliche Veränderungen für Harald anstanden, bot er die Tjalk der Gemeinde Rhauderfehn zum Kauf an.

In Rhauderfehn in Ostfriesland wurde die Tjalk von 1986 bis 1988 unter Anleitung
von Rolf Pfeiler aus Ochtum im Rahmen des Projektes "Arbeiten und Lernen" durch arbeitslose Jugendliche renoviert und in die ursprüngliche Form zurückgebaut, der Innenraum wurde zu einem Jugendschiff umgebaut.
Seitdem wird die "Ebenhaezer" als Jugendschiff genutzt und ehrenamtlich von den Mitgliedern der Schiffergilde Rhauderfehn e.V. bereedert und gepflegt. Sie segelt jedes Jahr mit Jugendgruppen, aber auch mit Erwachsenengruppen,  im Ost- und Westfriesischen Wattenmeer. 


Schiffsname :Ebenhaezer

Länge : 26,00 Meter

Breite : 4,30 Meter

Art : Tjalk

Tiefgang : 1,10 Meter

Segelfläche : 178 m²  (98 m² Großsegel, Fock und Klüver jeweils 40 m²)

Eigner:Gemeinde Rhauderfehn, bereedert von der Schiffergilde Rhauderfehn e.V.

Heimathafen : Rhauderfehn

Besatzung und Gäste: 15 Personen, bei Tagesfahrten bis zu 30 Personen.

Funkrufname: DLII

MMSI-Nummer:211249650

Übrigens: Der Name Ebenhaezer stammt aus dem Alten Testament. Zu Ehren Gottes und aus Dank stellte der Prophet Samuel einen Stein auf und sagte: "Bis hierher hat uns der Herr geholfen" Grob übersetzt bedeutet der Name  "Hoffnungsstein oder Hilfestein".

In aller Kürze sollten Sie folgendes über uns wissen:

Wir, die Schiffergilde Rhauderfehn e.V., sind eine Gruppe von erfahrenen Seeleuten, routinierten Freizeitskippern und vor allem der traditionellen Seefahrt verbundener Menschen, die Ihnen  traditionelle Seemannschaft und seemännisches Gedankengut vermitteln möchten.

Hierzu bieten wir Gruppenfahrten, Jugendgruppen und Erwachsenengruppen, mit der Tjalk Ebenhaezer an, so dass Sie ein paar schöne Stunden oder aber auch Tage auf dem Schiff verbringen können.

Sie planen einen Betriebsausflug? 
Die Zeiten der gemeinsamen Feiern sind abgelöst durch sinnvolle Ereignisse.

Kommen Sie mit Ihrer Gruppe an Bord und erleben Sie die Seemannschaft vergangener Tage. Gemeinsam werden die Segel gehisst, dass Schiff "in Fahrt gebracht". Auch die Arbeit des Steuermanns wird vermittelt. Viele Gäste wurden nach einem Aufenthalt begeisterte Skipper.

Oder soll sich eine Gruppe neu finden, um den Arbeitsalltag wieder gemeinsam und neu motiviert zu meistern? Auf einem Traditionsschiff gilt wie früher, "Eine Hand fürs Schiff, eine Hand für den Mann" Nur in der Gemeinschaft bringt man ein Schiff in Fahrt. In der heutigen Zeit ist diese alte Weisheit leider etwas in den Hintergrund gerückt worden. Steigern Sie Ihr Wertgefühl und auch das Ihrer Kollegen.

Übrigens, aus unserer Jugendgruppe sind mittlerweile einige Kapitäne und nautische Offiziere hervorgegangen.

Die Fahrten reichen von Tagesfahrten bis zu mehrwöchigen Fahrten u.a. auf der Ems und dem Dollart sowie dem Wattenmeer, aber auch in den benachbarten niederländischen Gewässern (hier insbesondere das Ijsselmeer). Vom Verein aus werden für die Fahrten jeweils zwei bis drei Mann Besatzung gestellt, so dass bei den Gästen keine Segelerfahrung vorhanden sein muß. Die Unterbringung erfolgt in 12 festen Kojen auf drei Räume verteilt, Toilette und Waschgelegenheit ist ebenfalls vorhanden. Desweiteren befinden sich in der Messe noch Schlafgelegenheiten. Bei Tagesfahrten können bis zu 30 Gäste mitfahren.

Meilennachweis : Für Bewerber des Sportküstenschifferschein , Sportseeschifferschein oder Sporthochseeschifferschein stellen wir die entsprechenden Bescheinigungen über die zurückgelegten Seemeilen aus.

Gerne teilen wir Ihnen auch die Preise für Fahrten per E-Mail mit. Sie brauchen hierzu lediglich das Kontaktformular auszufüllen.



In der Kombüse wird wie in alten Zeiten gekocht:
Die gemütliche Wärme des Stangenherdes erfüllt neben der Zubereitung der Mahlzeiten auch den Heizungsefekt in der Messe, so dass auch stimmungsvolle Törns in der Vor- und Nachsaison möglich sind.

 
   
   
   
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